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Prof. Dr. med. Dagmar Keller LangKardiologie · Sportmedizin — Samedan
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Wann sollte man das Herz vor einem Wettkampf abklären lassen?

Eine kardiale Abklärung vor einem Wettkampf ist sinnvoll, wenn Beschwerden wie Herzstolpern, Schwindel oder ungewohnte Atemnot unter Belastung auftreten, wenn in der Familie ein plötzlicher Herztod vorkam, oder wenn ein früheres EKG oder Echo einen auffälligen Befund zeigte. Ohne solche Hinweise ist eine Abklärung eine persönliche Sicherheitsfrage, keine medizinische Pflicht.

Welche Warnzeichen sollte ich ernst nehmen?

Herzstolpern, Schwindel, Ohnmacht oder eine Atemnot, die im Vergleich zum sonstigen Training ungewöhnlich stark ausfällt, sind Gründe für eine Abklärung — unabhängig vom Alter oder Trainingszustand. Auch Brustschmerzen unter Belastung gehören dazu.

Zählt eine familiäre Vorgeschichte?

Ja. Ist in der Familie ein plötzlicher Herztod aufgetreten, insbesondere bei einer jungen oder augenscheinlich gesunden Person, lohnt sich eine Abklärung auch ohne eigene Beschwerden — dazu mehr im Beitrag zu plötzlichem Herztod in der Familie.

Was umfasst eine sportkardiologische Abklärung?

Eine ausführliche Sportanamnese, eine körperliche Untersuchung, ein Ruhe-EKG und eine Echokardiographie. Je nach Befund folgen weitere Untersuchungen. Beurteilt wird insbesondere, ob es sich um ein normales, trainingsbedingt verändertes Sportlerherz handelt oder um eine Herzerkrankung.

Ist ein normales EKG bei jungen Sportlerinnen und Sportlern anders?

Intensives Training verändert das Herz messbar — Wanddicke, Kammergrösse und EKG-Muster können deutlich von untrainierten Personen abweichen, ohne krankhaft zu sein. Diese Abgrenzung zwischen trainingsbedingter Anpassung und beginnender Herzerkrankung braucht Erfahrung; ein unklarer Befund allein ist kein Grund zur Sorge, aber ein Grund für eine gezielte Beurteilung.

Wie oft sollte eine Abklärung wiederholt werden?

Das hängt vom Befund, dem Alter und der Sportart ab und wird individuell besprochen. Bei unauffälligem Ausgangsbefund und ohne neue Beschwerden ist keine routinemässige Wiederholung nötig.

Gilt das auch für Freizeitsportlerinnen und -sportler?

Ja — die Warnzeichen und die familiäre Vorgeschichte zählen unabhängig vom Leistungsniveau. Wer regelmässig intensiv trainiert, etwa für einen Marathon oder eine Bergtour mit grosser Höhendifferenz, kann von derselben Abklärung profitieren wie eine Leistungssportlerin oder ein Leistungssportler.

Kann ich nach einer überstandenen Erkrankung wieder einsteigen?

Nach einer Erkrankung mit möglicher Beteiligung des Herz-Kreislauf-Systems — etwa einer fiebrigen Infektion — ist eine Beurteilung vor dem Wiedereinstieg in intensives Training sinnvoll. Das gilt insbesondere, wenn während oder kurz nach der Erkrankung ungewohnte Symptome wie Herzstolpern oder Brustschmerz aufgetreten sind.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Dagmar Keller Lang, November 2026.

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